
(auch Sloopsteene, Slopsteine)
Unmittelbar an der östlichen Gemeindegrenze, schon auf Wersener Seite, liegen die Großen Sloopsteine, ein gut erhaltenes Hünengrab aus der Jungsteinzeit (Trichterbecherkultur).

Um zirka 2000 v. Chr. sind nicht nur an dieser Stelle, im Bereich des Gabelins, Großsteingräber entstanden, sondern auch in der Westerkappelner Bauerschaft Seeste. Die Sloopsteine sind jedoch das bekannteste Denkmal dieser Zeit. Auch wenn inzwischen die Decksteine der Grabkammer zum Teil abgerutscht sind, gilt das Monument heute als das besterhaltene seiner Art in Westfalen. Mit einer Fläche der Grabanlage von 23,5 mal 7,5 Meter, sind die Sloopsteine auch die größte neolithische Begräbnisstätte der Region.
In intaktem Zustand stützten die 22 Trägersteine die gewaltigen Decksteine und bildeten so den Dolmen, die Begräbniskammer (18,5 mal 1,8 Meter). Gut erhalten ist noch der äußere Steinring, der von den restlichen Findlingen geformt wird. Der gesamte Megalithbau war ursprünglich von einem Erdgewölbe bedeckt.
Vor vier Jahrtausenden wurden die Verstorbenen nach und nach in der steinernen Gruft bestattet, wie in immer wieder benutzten Friedhöfen. Die Kultur hatte damals schon bestimmte religiöse Jenseitsvorstellungen: Den in ihren Kleidern beigesetzten Toten, gab man neben Waffen und Geräten auch Gefäße mit Speisen bei. Der Gabelin in direkter Umgebung der Großen Sloopsteine gilt zudem als eine der wesentlichen Kultstätten der damaligen Bevölkerung. Es konnte nachgewiesen werden, dass die bewaldete Anhöhe zumindest in den zwei Jahrtausenden v. Chr. ein traditionell immer wieder aufgesuchter Ort war.
Die Namensherkunft des Megalithgrabes ist nicht vollständig geklärt. Vebreitet ist die Auffassung, Sloopsteine bedeute soviel wie Schlafsteine. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass die Steine ihren Namen vom mittelniederdeutschen Wort slôp für Schlupf(-loch) haben (vgl. Spannhoff).
Um zu den Großen Sloopsteinen zu gelangen, folgen Sie dem Hinweisschild an der Osnabrücker Straße. In der Nähe eines kleinen Parkplatzes und eines Hinweisschildes für Naturschutz befindet sich die Grabanlage.
Weiteres zur Ur- und Frühgeschichte Westerkappelns
Infoflyer der Gemeinde Westerkappeln (PDF)
URL: http://westerkappelnnet.de/sights/sloopsteine.html
Zuletzt geändert am: 16.06.2011
Abgerufen am: 20.05.2012