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Haus Langenbrück

Blick auf das 1825 neu errichtete Herrenhaus von Gut Langenbrück.
Blick auf das 1825 neu errichtete Herrenhaus von Gut Langenbrück.
Bild: © Raoul Allendorf / wehrbauten.de

Das Rittergut Langenbrück, an der Grenze von Westerkappeln und Mettingen in der Bauerschaft Metten gelegen, war von alters her ein landtagsfähiges adeliges Gut. Es wurde um 1350 erbaut von Rudolf von Langen, der auch Erbauer des Hauses Langewiese bei Ibbenbüren war. Bei der Namensgebung spielte in beiden Fällen offenbar der Familienname eine Rolle. Ab etwa 1500 war es im Besitz des Adelsgeschlechts derer von Ledebur. Im 17. Jahrhundert ging das Anwesen dann zunächst an die Familie von Lutten und später an die Familie von Ittersum. 1754 erwarb es Oberamtmann Niedermeyer, es folgten hiernach weitere Besitzerwechsel. Das Herrenhaus wurde in seiner heutigen Form 1825 errichtet und war während des 19. Jahrhunderts noch vollständig von einer Gräfte umgeben.

Seit 1928 befindet sich Haus Langenbrück im Privatbesitz der deutsch-holländischen Unternehmerfamilie Brenninkmeijer (deutsche Schreibweise: Brenninkmeyer). Als alte Mettinger Tüöttendynastie war sie insbesondere ab Mitte des 19. Jahrhunderts mit Textilhandel zu Wohlstand gekommen, nachdem sie 1841 das Bekleidungsunternehmen C&A in den Niederlanden gegründet und dort ab 1861 mehrere Filialen eröffnet hatte. Der inzwischen global tätige Konzern befindet sich noch heute in alleinigem Familienbesitz.

Die katholische Auferstehungskapelle Langenbrück befindet sich auf dem Anwesen
Die katholische Auferstehungskapelle Langenbrück befindet sich auf dem Anwesen
Bild: AJ 2003

Regelmäßige Familientreffen und Urlaube am Stammsitz Langenbrück sind für viele Clan-Mitglieder obligatorisch. Obwohl über die ganze Welt verteilt, sind die Brenninkmeijers mit ihrer Heimat Mettingen eng verbunden und besitzen in Westerkappelns Nachbarort noch weitere Domizile. Auf dem Mettinger Friedhof finden die Brenninkmeijers traditionell ihre letzte Ruhestätte. Das Firmen- und Familienmotto „Eendracht maakt Macht“ (Eintracht bedeutet Macht) ist an der Stirnseite von Haus Langenbrück angebracht.

Schon vor dem Erwerb des Ritterguts durch Franz Brenninkmeijer förderte die streng katholische Familie den Gottesdienst in der Gutskapelle Langenbrück. Mit ihrer Hilfe wurde die Kapelle umgebaut und erweitert. Der erste Raum mit dem Eingang vom Torbogen wurde Sakristei; der zweite Raum wurde Altarraum. Die Auferstehungskapelle Langenbrück fasst jetzt etwa 60 Personen. Gottesdienste finden hier an jedem Sonntag statt.

Das Gutsarchiv von Langenbrück, das im Jahre 1903 bzw. 1907 nachweislich noch vorhanden war, ist verloren gegangen. 1928 war das Archiv nicht mehr da. Angestellte Nachforschungen bei ortskundigen Personen lassen vermuten, dass es kurz vor dem Verkauf des Gutes an die Brenninkmeijers vernichtet worden ist.

Die Anlage von Haus Langenbrück ist nicht öffentlich zugänglich.

Haus Langenbrück beim Portal Gärten und Parks des LWL

Historischer Quelltext zur Geschichte von Langenbrück bis etwa 1860

Aus: Alexander Duncker (Hrsg.): Die ländlichen Wohnsitze, Schlösser und Residenzen der ritterschaftlichen Grundbesitzer in der preußischen Monarchie nebst den Königlichen Familien-, Haus-Fideikomiss- und Schatullgütern in naturgetreuen, künstlerisch ausgeführten, farbigen Darstellungen nebst begleitendem Text. Band 11, Nr. 650. Berlin: Duncker 1857-1883. Digitale Sammlung Duncker

Hinter Osnabrück, durch die Grafschaft Tecklenburg setzt sich die Bergkette fort, welche von Ossnegg ab nach Bentheim sich hinzieht, und hart am Fuss dieser Berge liegt Langenbrück, zwischen Ibbenbüren, Mettingen und Wester-Cappeln.

Der dortigen Gegend naht sich schon die norddeutsche Ebene, die sich nach Holland hinzieht, hat daher auch nicht den schweren Boden, wodurch viele ehemalige Ledebur'sche Güter sich auszeichneten. Dennoch aber liegt und ist das Gut recht hübsch, von Feldern und der Ebene nach der einen Seite, nach der anderen von vielen Eichen-Alleen und schönen Hochwaldungen eingeschlossen, gewährt es einen angenehmen Eindruck, der durch die Nähe der Bergkette noch sehr gehoben wird. Auf den Höhen dieser Berge sind die vortrefflichen Steinkohlen-Bergwerke des Schafberges, Dehkenberges und Glückberges.

Wie überhaupt in der Grafschaft Tecklenburg der alten Güter wenige sind und nicht zu den grössten gehören, so ist Langenbrück auch keines von den grossen Gütern Westphalens; dennoch aber gehört es zu den sehr angenehmen, wenn auch mehr einsamen Landsitzen. Man hegt jetzt die Hoffnung, dass die Eisenbahn zwischen der Weser und Holland dem Gute nahe kommen wird. Die Bahn von Osnabrück nach Ibbenbüren geht an der Bergseite bei Velpe um eine Stunde vorbei.

Haus Langenbrück 
 in einer Lithographie aus dem 19. Jh.
Haus Langenbrück in einer Lithographie aus dem 19. Jh.
Bild: Sammlung Duncker

Schon im hohen Mittelalter muss Langenbrück ein Ledebur'sches Burggut gewesen sein. Im Jahre 1263 wird schon Ritter Wilhelm Ledebur erwähnt, der auf der Burg Langenbrück in der Grafschaft Tecklenburg wohnte und der wahrscheinlich ein Bruder Bernhard Ledebur's war, der unter Ravensberger'scher Hoheit stand. Durch Anna von Horn, Erbtochter auf Langenbrück, kam vor mehreren hundert Jahren diese Burg an Gerhard oder Gerd Ledebur zur Ober-Mühlenburg und blieb lange Zeit im Besitze dieser Familie, ging dann als der Mannstamm ausstarb mit Ober-Mühlenburg, durch Verheirathung der Agnes Wilhelmina von Ledebur, Erbin zu Langenbrück und Ober-Mühlenburg an den Freiherrn Zegner von Ittersum, Herr zu Norddoring und Lotenburg über.

Nach der Mitte des vorigen Jahrhunderts kam das Gut an die Herren von Loe und ward in neuerer Zeit käuflich erstanden durch den Oberamtmann Niemeyer von Hassenbach im Holsteinischen, der es testamentarisch an die Jungfrau Meyer, die Erzieherin seiner Tochter vermachte, und deren Verwandte es nachher bewohnten.

Vor etwa 43 Jahre sind die alten Gebäude, der mittelalterliche Turm etc. niedergebrochen, auch sind die alten steinernen Ritterfiguren der ältern Besitzer der Burg, die ehemals die Anlagen schmückten mit zur Grundfest des neuen Baues verwendet worden. - Das Ganze ist geschmackvoll, jedoch einfach wieder aufgebaut. Die Mauern der jetzigen Ställe allein geben durch ihren festen und starken Bau noch Zeugniss, dass sie ehemals zu einem anderen Zweck dienten.

Im Jahre 1851 ist dieses Gut durch Ankauf das Eigenthum geworden von Lambertus Vincentius Ledebuer, (Ledebur) ältester Sohn von Barnardus Ledebur, Ritter zu Rotterdam, dessen Vorfahren in den verwirrten Zeiten vom Anfang des siebenzehnten Jahrhunderts aus Osnabrück und dessen Umgebungen nach den freien Niederlanden hinzogen.

Lambertus Vincentius Ledebur kaufte das Gut für seinen Sohn Bernard an, das jetzt durch dessen Familie bewohnt wird. Derselbe liess die alten Denkmäler der Vorfahren und die gemalten Fenster in der Kirche zu Wester-Cappeln restauriren und verschönerte das Gut bedeutend.

Und also wurde, durch Gottes Gnade und Segen, nach vielen Jahrzehnten das alte Gut nochmals eine Ledebur'sche Besitzung.

Literatur

Weiguny, Bettina (2005): Die geheimnisvollen Herren von C&A. Der Aufstieg der Brenninkmeyers. Eichborn, Frankfurt a. M.

Quellen:
Text: Friedrich Ernst Hunsche - Westerkappeln, Digitale Sammlung Duncker, Landschaftsverband Westfalen-Lippe;
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Letzte Änderung 14.04.2011   Drucken   Artikel versenden   Bookmark and Share
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