Haus Cappeln ist ein ehemals adeliges Haus, gebaut im 13. Jahrhundert. Im 12. und 13. Jahrhundert war hier Sitz der Ritter und Freigrafen von Cappeln.
Bei dem Anwesen handelt es sich um eine Wasserburg auf zwei Inseln. Sie hat mehrere Gräften und Zugänge über drei Brücken. Das Herrenhaus wurde 1777 umgebaut. Es ist ein eingeschossiger Dreiflügelbau mit Freitreppe und Portal. Torhaus und Giebel des Haupthauses wurden 1862 im Renaissancestil umgebaut.
Da die Wasserburg heute in Privatbesitz steht, kann sie nur von außen besichtigt werden. Folglich ist auch nicht viel zu sehen. Dennoch ist ein Gang dorthin reizvoll, denn Haus Cappeln liegt am sogenannten »Friggepättken«.

Haus Cappeln, historischer Schwerpunkt von Westerkappeln, taucht zum erstenmal 1326 in der Geschichte auf, während das Geschlecht der Herren von Cappeln schon im 12. Jahrhundert genannt wird. Graf Otto von Thekenbourgh bekennt 1326, daß die Burg Cappeln in Westerkappeln ein, „durchschlägtig eigen Gut des Ritters Hermann von Cappeln Truchseß der Grafschaft Tekeneburg“ sei und daß er daran keine Ansprüche hätte.
Vom Osnabrücker Bischof wurde die Burg 1382 zerstört. Den Besitz teilten sich später die Herren von Vinke und Werdum, die wiederaufbauten. Nach Jahrzehnten kam der Besitz durch Heirat an die Familie von Lünink und weiterhin an die Familie von der Horst. Als diese in Konkurs genrieten, kaufte der Prediger Buddäus das Rttergut. Zahlungsschwierigkeiten veranlaßten ihn, es 1775 an die Gebrüder Freiherr von Loen zu verkaufen, deren Vater als Königlich Preußischer Geheimrat Präsident von Tecklenburg und Lingen war.
Wieder wechselte der Besitz, diesmal an Johann Jobst, der 1777 den Herrensitz erneuern und sein Wappen über der doppelten Freitreppe anbringen ließ. Darin finden wir drei Ähren, Hermelinschwänze mit Querbalken, eine Blume und drei Kugeln. Johann Jobst starb 1303. Sein schwer an Gicht erkrankter Bruder verwaltete den Besitz, und später erhielt ihn der Neffe der in Pafis studierte. Der Neffe, von seinen Mitschülern noch als Duckmäuser gemieden, klagte in Briefen über das sittenlose Paris. Doch durch irgendwelche dunklen Elemente, die um seinen Reichtum wußten, angetrieben, gab er sich später dem Spiel hin. Als er in einer Nacht sein ganzes Bar- vermögen an Baron Lange im Spiel verloren hatte, gab ihm dieser eine Chance: Das gesamte, auf dem Tsch aufgetürmte Geld gegen Haus Cappeln. Dem Spielrausch verfallen, ging der junge Student auf das Angebot ein und - verlor. Fortan gehörte Haus Capceln Baron von Lange. Von dem leichtsinnigen Spieler hat man nie wieder etwas gehört.
Der Geograph Heinrich Beryhaus schreibt um 1812 in seinem Buch „Wallfahrt durchs Leben“: „Haus Cappeln bei Westercappeln war eine der größten, wenn nicht die größte der adeligen Grundbesitzungen in der Grafschaft Tecklenburg. Alle landwirtscnaftlichen Kulturen waren vertreten. Der Viehstand desHauses war ausgezeichnet. Es fand nur Stallfütterung statt. Der Marstall hatte Reit- und Zugpferde von edelsten Rassen.“
Mancherlei hat sich seit 1812 geändert. Langes Tochter heiratete den Baron von Kalkstein, der die ZugbrüzKe durch eine Steinbrücke ersetzte. Auch dieser Familie blieb ein tragisches Geschick nicht erspart. Der einzige Sohn wurde 1870 zu den Fahnen gerufen. Als blutjunger Leutnant rückte er von Paderborn aus. Bevor es nach Frankreich ging, machte die ganze Schwadron noch eine Nacht auf Haus Cappeln Rast. In den frühen Morgen stunden ging es auf der Heerstraße los in Richtung Frankreich.
In regelmäßigen Abständen kamen dann Briefe aus Frankreich, in denen von Siegen über die Franzosen die Rede war. Die Briefe wurden aber spärlicher und blieben dann ganz aus. Das DurchgangsportalTag um Tag, Nacht um Nacht saß der Vater an dem Fenster, von dem aus er den Sohn hatte davonziehen sehen. In einer von Sturm und Regen gepeitschten Nacht erblickte er in der Ferne Fackelschein. Freudig eilte der ergraute Mann dem Licht entgegen. Schon hörte er das Getrappel der Pferdehufe, und er Wußte, sein Sohn war heimgekehrt. Doch als er den Zug erreicht hatte, stockte er. Aufgebahrt auf einer Lafette lag sein Sohn. Im Rittersaal wurde der totheimgekehrte junge Gutsherr aufgebahrt.
Vier Jahre wich der Vater nicht von der Seite der Leiche. Dort aber, wo er den Fackelschein zuerst erblickte, ließ er eine Kapelle bauen, der er den Namen des Sohnes, Josephskapelle, gab. In der Gruft an der Steinsete wurde der junge Baron von Kalksiein beigesetzt.
Im Jahre 1889 kaufte dann der Baron von Loen den Besitz. Von diesem erwarb der verstorbene Bürgermeister a.D. Heinrich Schulte Haus Cappeln, das dann in den Besitz des Sohnes Willi Schule, übergegangen ist. 1964 übernahm Walter Titgemeyer Haus Cappeln und restaurierte es zu einem repräsentativen Herrensitz.
Aus Überlieferungen in Kurzfassung zusammengetragen von Redakteur Adolf Wiartalla
Landschaftsverband Westfalen-Lippe: Gartenanlagen am Haus Cappeln
URL: http://westerkappelnnet.de/sights/haus_cappeln.php
Zuletzt geändert am: 27.03.2010
Abgerufen am: 20.05.2012