Westerkappeln wird nachweislich urkundlich erstmals im 12. Jahrhundert erwähnt. Der ehemalige Name „Capelun“ = Cappeln ist auf den Bau einer Kapelle oder Kirche zurückzuführen, die nach 800 entstanden sein muß. Sie wurde von Osnabrück betreut und zum Unterschied einer anderen Kapelle schließlich Westercappeln genannt. Erst seit 1939 schreibt sich der Name mit k. Westerkappeln gehörte zur Freigrafenschaft der Herren von Cappeln. Aus der zu Anfang erwähnten Urkunde ist zu schließen, daß das Kloster Corvey neben den Grafen von Ravensberg in Westerkappeln Rechte hatte, die wahrscheinlich schon seit der Gründung Corveys um 816/822 bestanden.

Als Folge der Auseinandersetzungen zwischen Welfen und Hohenstaufen kam im Jahre 1246 Westerkappeln an die Grafen von Tecklenburg. 1288 verzichteten die Grafen Otto und Engelbert von Tecklenburg auf ihre Ansprüche auf das Patronatrecht der Kirche in Westerkappeln und auf den Westerkappelner Hof zugunsten des Klosters Gravenhorst. Um diese Zeit besaßen auch die Ritter von Korff auf Harkotten bei Füchtorf Grundrechte in Westerkappeln. Mit der Zerstörung der Burg Cappeln durch den Bischof von Osnabrück im Jahre 1382 begannen unruhige Jahre für den Ort. Der Friede um 1400 brachte den Menschen im Lande wieder Ruhe, doch die Herrschaft der Grafen von Tecklenburg wurde stark reduziert. Was die Burg Cappeln betrifft, so ist sie nach ihrer Zerstörung in ihrer alten Form nicht wieder aufgebaut worden. Dafür aber taucht Cappeln als Rittergut auf, das wohl als Nachfolge der alten Burg anzusehen ist. Nach 1357 ist von den Rittern von Cappeln als freigrafen in Westerkappeln nicht mehr die Rede, und die Bestimmung ihrer Nachkommenschaft seit dem 14. Jahrhundert ist deshalb nicht eindeutig. In der Grafschaft Tecklenburg wird im Jahre 1527 die Reformation eingeführt. Nach dem 30jährigen Krieg, der Elend und Not über die Bevölkerung brachte, begann in der Nachkriegszeit Graf Mauritz von Tecklenburg mit der Leinenherstellung und dem Leinenhandel, wodurch wieder Geld unter die Leute gebracht wurde. Im Jahre 1707 wurde Westerkappeln, wie alle anderen Gemeinden der Restgrafschaft Tecklenburg, preußisch. Von 1806 bis 1813 war das Land unter französischer Herrschaft. Drei Jahre danach kam es zur Gründung der Provinz Westfalen und des Kreises Tecklenburg, zu dem auch Westerkappeln gehörte. Die Auswanderungsbewegung, die um 1832 schlagartig einsetzte, war für Westerkappeln von besonderer Bedeutung. In einer Liste aus den Jahren 1832-1890 sind 2422 Personen namentlich aufgeführt, die nach Nordamerika auswanderten. Etwa um 1723 ist das Dorf Cappeln durch König Friedrich Wilhelm I. zur Stadt erhoben worden. Leider steht das genaue Datum der Verleihung der Stadtrehte nicht fest.
Mit Wirkung vom 1. Oktober 1939 wurden Westerkappeln-Stadt und Westerkappeln-Land zur Gemeinde Westerkappeln zusammengeschlossen. Nach dem zweiten Weltkrieg hat man versucht, die alten Stadtrechte wiederzuerlangen, was aber nicht gelungen ist. Die Zusammenlegung der Stadt- und Landgemeinde vereinfachte die Verwaltung; denn seither gibt es nur noch ein Gemeindeparlament. Im Rahmen der kommunalen Neugliederung wurde die Gemeinde Westerkappeln am 1. Januar 1975 in den neuen Großkreis Steinfurt eingegliedert, der nun den Kreis Tecklenburg mit einschließt. Dabei ist Westerkappeln im wesentlichen in den alten Grenzen bestehen geblieben. Lediglich im Raum Westerbeck mußte eine Fläche von rd. 69ha mit 55 Einwohnern an die Gemeinde Mettingen und im Süden eine Fläche von rd. 60ha mit 30 Einwohnern an die Gemeinde Lotte abgeben werden.
URL: http://westerkappelnnet.de/geschichte/urkundlich.html
Zuletzt geändert am: 11.06.2007
Abgerufen am: 20.05.2012